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Ende der Ausstellungen

        

Lieber Besucher,

 

Ausstellen war und ist uns wichtig. Aus diesem Grunde initiierte das Museum ab 1997 in der 2. Etage des Eisfelder Museums separate Ausstellungsräume für wechselnde Themenbereiche. In unseren Sonderausstellungen, die wir jetzt 20 Jahre gezeigt haben, beschäftigten wir uns immer sehr stark mit unserem regionalen Lebensraum, ob "Künstler der Region" oder auch thematische Ausstellung zur Orts- und Industriegeschichte. Aufgeben war nie eine Option, zumindest in den letzten 20 Jahren nicht. Aber auch eines der kleinsten Museen des Landkreises Hildburghausen muss aufgrund der extrem rückläufigen Besucherzahlen sich selbst die Frage stellen, wie sinnvoll sind solche Ausstellungen noch, wenn diese nicht mehr besucht werden?

Zunehmendes geschichtliches Desinteresse, gerade der eigenen Bevölkerung,  und fehlende finanzielle Mittel stehen in keinem Verhältnis zu den Vorbereitungen/Recherchen und vielen Aufgaben, die von immer weniger Personal geleistet werden müssen.

Nach 20 Jahren muss nun leider festgestellt werden: Es ist Zeit aufzugeben!
Das Eisfelder Museum wird für die kommenden Jahre keine Sonderausstellungen zeigen.

 

Ausstellungen sind für Öffentlichkeit.  Museale Ausstellungen in der Kleinstadt mit geringen Budget und geringerem Personal haben da so ihre Probleme, die Kommunikation mit dem Publikum sicherstellen. Für den Erfolg oder den Misserfolg einer Ausstellung gibt es seit Jahrzehnten eine einfache Regel - je mehr Besucher desto größer der Erfolg - desto besser das Ausstellungskonzept.


Leider waren unsere Ausstellungskonzepte nie gut, denn sonst hätten unsere Ausstellungen mehr Besucher angezogen, womit aber in keinster Weise die Kunstwerke der ausgestellten Künstler gemeint sind.

 

Das Ringen um Besucherzuspruch durch eine publikumsorientierte, vom Besucher her gedachte und für ihn geplante Ausstellung, setzt jedoch einen bestimmten Besucher  voraus, der – offen und wissbegierig – sich in einer Ausstellung ein ihm neues Wissensterrain erschließen will. Viele insbesondere kleinere museale Einrichtungen in touristisch weniger frequentierten Regionen treffen diesen Idealtypus des Besuchers  in ihrer Ausstellung faktisch allerdings nie an. In der Regel handelt es sich bei diesen Museen um lokal- und regionalgeschichtliche Einrichtungen wie das Eisfelder Museum. Wenn dann noch Teile der Dauerausstellung schließen, Bauarbeiten an und in den Gebäuden ewig zu dauern scheinen, bleiben auch viele der angestammten Besucher weg. Das ist traurig und obwohl es keiner bemerkt, dramatisch. Denn gemessen wird ein Museum eben an diesen, "seinen" Besucherzahlen.

 

Ich danke allen Künstlern, die mein Engagement und meinen Enthusiasmus in den letzten 20 Jahren mit mir geteilt haben.

 

Dank auch an die Künstler, die für 2018 und bereits 2019 Ihre Bereitschaft signalisierten, Ihre Werke in Sonderausstellungen zu zeigen.

 

Wem nur? Wenn keiner kommt, macht das wenig Sinn und derzeit haben 188 Besucher sich für unsere Lutherausstellung interessiert. Eine Zahl, die nicht zu ignorieren ist.

Ein Museum lebt von Besuchern, ohne Sie ist es tot.  Die kleinen Museen im ländlichen Raum kämpfen um jeden Besucher, aber sie werden sterben. Stück um Stück werden Sie aus der Landschaft verschwinden und es wird nicht einmal jemand bemerken.
Heiko Haine, Museumleiter 22.Juni 2017