Kuhschwanzfest EisfeldBannerbildBannerbildWerraBlessberg-Region 2BannerbildRathausBannerbild
     +++  Stellenausschreibung  +++     
     +++  Kleiderkammer  +++     
Link verschicken   Drucken
 

Forschung live miterleben – Einmaliges paläontologisches BROMACKER-Projekt startet

03. 08. 2020

Berlin, Jena, Gotha und GeoPark Thüringen Inselsberg-Drei Gleichen

 

Ein interdisziplinäres Forschungsteam startet mit der Fossillagerstätte „Bromacker“ im Thüringer Wald ein einmaliges Projekt mit paläontologischer Ausgrabung. Ziel ist es, detaillierte Einblicke in die Paläobiologie früher Landwirbeltiere und ihrer Lebensräume zu erhalten. Gleichzeitig können Bürgerinnen und Bürger den Forschenden beim BROMACKER-Projekt über die Schulter blicken.

 

Mit dem Projekt BROMACKER startet im August eine neuartige, wissenschaftliche Kooperation an der weltweit einzigartigen Fossillagerstätte „Bromacker“, mitten im Herzen Deutschlands, im Thüringer Wald. Nach mehr als einem Jahrzehnt gibt es dort erstmals wieder systematische Ausgrabungen und geologische Bohrungen. Aber nicht nur das: Das Ziel der Kooperation ist es, anhand der Fossillagerstätte „Bromacker“ Forschung und Wissensvermittlung so miteinander zu verzahnen, dass die Öffentlichkeit ein Fenster zur frühen Evolution der Landwirbeltiere bekommt. In den kommenden fünf Jahren arbeiten hierfür das Museum für Naturkunde Berlin - Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung, die Stiftung Schloss Friedenstein Gotha, die Friedrich-Schiller-Universität in Jena und der Nationale GeoPark Thüringen Inselsberg-Drei Gleichen zusammen. Das deutschlandweit einzigartige Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Forschende werden geologischen, taxonomischen, paläoökologischen und physiologischen Fragen nachgehen, um in Zukunft das Leben an der Fossillagerstätte „Bromacker“ als Ganzes besser zu verstehen. Mit neuen Arten der Wissenschaftskommunikation nimmt die Öffentlichkeit am Forschen teil und kommt mit Forschenden ins Gespräch. So wird es neben einem Bromacker Lab(oratorium), auch digitale Medien und Führungen zur Ausgrabungsstelle sowie Einblicke in die Live-Präparation und Live-CT-Scans von Fossilien geben. Im Verlauf des Projektes soll es voraussichtlich für Bürgerwissenschaftlerinnen und Bürgerwissenschaftler die Möglichkeit geben, an Forschungsaufgaben mitzuwirken.

 

„Forschung ist spannender als jeder Blockbuster. Wir öffnen Forschung und stellen Kontakt zu Forschenden her: Nicht erst, wenn die Forschung abgeschlossen ist, sondern schon während der ersten Ausgrabung. Die „Bromacker“-Fundstelle ist ein unermesslicher Schatz von Millionen Jahre alten, frühen Landwirbeltieren, der nun endlich für die breite Öffentlichkeit aus seinem Dornröschenschlaf geholt wird“, sagt Johannes Vogel, Generaldirektor am Museum für Naturkunde Berlin. „Als Forschungsmuseum treiben wir die Öffnung der Wissenschaft mit dem Zukunftsplan weiter voran und wollen von Menschen lernen. Unterstützen Sie uns, machen Sie mit.“

 

Dreidimensionale Fossilien

 

Die „Bromacker“-Fundstelle ist weltweit einzigartig, wenn es um erstklassig erhaltene, dreidimensionale Wirbeltierfossilien und eine außerordentlich große Artenvielfalt im frühen Perm vor etwa 290 Millionen Jahren geht. Die Ausgrabungen und modernsten Forschungsansätze werden wertvolle Einblicke in die Paläobiologie und Ökologie früher Landwirbeltiere und ihrer Umwelt geben“, sagt Jörg Fröbisch, Professor für Paläobiologie und Evolution und Projektleiter (MfN). „Wir wollen herausfinden, wie die Evolution von stabilen Ökosystemen funktioniert. Insbesondere die Evolution der frühesten Pflanzenfresser und die darauffolgende Evolution der trophischen Pyramide mit vielen Pflanzenfressern an der Basis und wenigen Top-Prädatoren, also Fleischfressern, an der Spitze, sind von besonderem Interesse.“

 

„Unser Ziel ist es, den Lebensraum dieser Reptilien und ihrer Nahrung sowie das vorherrschende Klima in diesem von Flüssen, Sümpfen und Seen geprägten Gebiet dreidimensional zu rekonstruieren“, sagt Christoph Heubeck von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. „Geologische Studien von unseren Mitarbeitenden und Studierenden an den zahlreichen Aufschlüssen der Umgebung, eine detaillierte Kartierung, mehrere Flachbohrungen in der Umgebung der fossilführenden Steinbrüche sowie eine geologische Tiefbohrung im Zentrum des Sedimentbeckens werden dazu beitragen. Die Ergebnisse wollen wir auch in einem dreidimensionalen, interaktiven Computermodell darstellen.“

 

Wissenschaftskommunikation der Zukunft

 

„Dieses Projekt verbindet erstmals die Forschungsfelder Naturwissenschaft und Wissenstransfer auf Augenhöhe. BROMACKER hat das Potential, deutschlandweit und international ein beispielgebender Ansatz zu werden: Für mehr Dialog über Forschung“, sagt Tobias Pfeifer-Helke, Direktor der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha, in deren Sammlungen auch die Fossilien der bisher in der Fossillagerstätte entdeckten zwölf Arten von Landwirbeltieren zu Hause sind.

 

„Direkt in der thüringischen Ausgrabungsstätte soll eine Besucherplattform entstehen, von der das Publikum bei Events und Führungen die Arbeit der Paläontologinnen und Paläontologen verfolgen kann und einen authentischen Blick auf die Arbeitsplätze in einer der weltweit bedeutendsten Fossillagerstätten bekommt“, sagt Syliva Reyer-Rohde, Leiterin des Managementbüros des Nationalen GeoParks Thüringen Inselsberg-Drei Gleichen.

 

„Das Museum für Naturkunde Berlin hat in den vergangenen Jahren erfolgreich mit vielen offenen Formaten der Wissenschaftskommunikation experimentiert. Diese Erfahrungswerte fließen hier als Grundlage in die Entwicklung von innovativen Angeboten für Bürgerinnen und Bürger ein. So wird beispielsweise die Präparation der Fundstücke in Berlin live für das Publikum sichtbar gemacht. Wir möchten aber nicht nur neue Einblicke und Erlebnisse für die Öffentlichkeit schaffen, sondern auch über die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zeigen, dass sich hochkomplexe Forschung und bestimmte Formen der Wissenschaftskommunikation vereinen lassen“, sagt Uwe Moldrzyk, Leiter des Forschungsbereiches Museum und Gesellschaft, MfN.

 

Über den Grabungsort „Bromacker“

Obwohl Deutschland kein großer Flächenstaat ist, zeichnet es sich durch seine komplexe und vielseitige Geologie aus und beherbergt damit einige weltweit berühmte Fossilfundstellen verschiedenster Erdzeitalter. Die Fossillagerstätte „Bromacker“ in der unterpermischen Tambach-Formation zwischen den Gemeinden Tambach-Dietharz und Georgenthal im Thüringer Wald ist seit mehr als 100 Jahren bekannt. Sie repräsentiert außerhalb der USA eine der bedeutendsten und produktivsten Fossillagerstätten für Landwirbeltiere (terrestrische Tetrapoden) aus dem frühen Perm von vor etwa 290 Millionen Jahren. Im späten 19. Jahrhundert fanden Forschende zunächst Trittsiegel und Grabspuren. Thomas Martens, ein Paläontologe vom Museum der Natur in Gotha, fand 1974 erstmals Knochen. Nach der deutschen Wiedervereinigung führte er, gemeinsam mit David Berman und Amy Henrici vom Carnegie Museum in Pittsburgh und Stuart S. Sumida von der California State University, San Bernardino, 1993 bis 2010 jährliche Grabungen durch, die zahlreiche, teils komplette Skelette in einem für Europa einzigartigen Erhaltungszustand lieferten. Die Bedeutung der Fossillagerstätte „Bromacker“ für die Dokumentation der frühen Evolution von Wirbeltieren an Land ist in ihrem Stellenwert mit anderen herausragenden Fundstellen in Deutschland vergleichbar, wie zum Beispiel dem UNESCO-Weltnaturerbe Grube Messel und den weltweit bekannten Fundstellen in Holzmaden und Solnhofen.

 

Museum für Naturkunde Berlin

Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung

Carmen Schucker

Referentin für strategische Kommunikation

Invalidenstraße 43, 10115 Berlin 

Tel +49 30889140-8662

www.museumfuernaturkunde.berlin

 

Stiftung Schloss Friedenstein Gotha

Marco Karthe

Direktor Kommunikation und Bildung

Schloss Friedenstein, Schlossplatz 1, 99867 Gotha

Tel +49 3621-8234 500

Mobil 0173 3015827

www.stiftung-friedenstein.de

 

Friedrich-Schiller-Universität Jena

Dr. Ute Schönfelder

Abteilung Hochschulkommunikation

Redakteurin, Bereich Presse und Information

Fürstengraben 1, 07743 Jena

Tel +49 3641 9-401423

www.uni-jena.de/presse

 

Nationalen GeoParks Thüringen Inselsberg-Drei Gleichen

Sylvia Reyer-Rohde

Leiterin des Managementbüros des

Nationalen GeoParks Thüringen Inselsberg-Drei Gleichen

c/o e.t.a. Sachverständigenbüro Reyer

Haarbergstraße 37

99097 Erfurt

Tel +49 361 4229000

 

Foto: Bromackergrabung 2008 © Freistaat Thüringen, Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie, WeimarStiftung Schloss Friedenstein Gotha, Foto Kerstin Fohlert


Die Seite durchsuchen

Sie sind auf der Suche nach etwas Bestimmten? Probieren Sie es mit einer Volltextsuche.

Amtsblatt

Besucherzähler

Bisherige Besucher: 252972

Veranstaltungen & Termine

 Stadtverwaltung Eisfeld                        

   

Stadtrat
Ortsteile
Newsletter
Kontakt
Impressum
Datenschutz
AGB

Öffnungszeiten

 

Montag:          9:00 Uhr - 12:00 Uhr,
Dienstag:        9:00 Uhr - 12:00 Uhr und 13:00 Uhr - 16:30 Uhr,
Mittwoch:        keine Sprechzeit,
Donnerstag:   9:00 Uhr - 12:00 Uhr und 13:00 Uhr -18:00 Uhr,
Freitag:           9:00 Uhr - 12:00 Uhr.

 

Außerhalb der Sprechzeiten nur nach vorheriger Anmeldung!
Die Bürgersprechstunde des Ortsteilbürgermeisters, Mike Hartung findet jeweils dienstags von 15.00 Uhr bis 18.00 Uhr in Sachsenbrunn statt.

 

Stadtverwaltung Eisfeld /Rathaus
Marktstr. 2
98673 Eisfeld

 

Besucherservice

T +49 3686 - 390 20